Wissenschaft und Praxis im Dialog beim 6. Event Education Symposium an der Hochschule Hannover

Das 6. Event Education Symposium an der Hochschule Hannover hat am 11. Juni 2026 unter dem Leitthema „Mastering Complexity: Navigating Challenges in Event Education and Practice“ aktuelle Herausforderungen und Zukunftsfragen der Veranstaltungswirtschaft in den Mittelpunkt gerückt. Im Fokus standen der Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis, die Weiterentwicklung der Eventausbildung sowie Strategien für mehr Resilienz in einer Branche, die durch technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Umbrüche geprägt ist und in der Komplexität längst zum bestimmenden Merkmal geworden ist.

Wie mit Komplexität umgehen?
Mit seiner thematischen Zuspitzung auf Komplexität griff das Symposium eine der zentralen Herausforderungen der Eventbranche auf: Wie lassen sich Unsicherheit, Veränderungsdruck und steigende Anforderungen in Management, Ausbildung und Praxis produktiv bearbeiten? Das Programm verband dazu internationale Perspektiven, wissenschaftliche Forschung, Praxisimpulse und Beiträge des akademischen Nachwuchses. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Isabelle Thilo und Prof. Dr. Gernot Gehrke (beide Hochschule Hannover) eröffnete Dr. Claire Drakeley (University of Northampton) das Symposium mit einer Keynote zu Entscheidungsfindung in komplexen Umgebungen. Bereits damit wurde der Ton für einen Konferenztag gesetzt, der Komplexität nicht als Störfaktor, sondern als Gestaltungsaufgabe verstand.

Praxis-Wissenschaft-Dialog
Besonders sichtbar wurde dieser Anspruch in den thematischen Clustern des Symposiums, die Beiträge aus Hochschulen, Unternehmen und Verbänden zusammenführten. Diskutiert wurden unter anderem (1) Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz, (2) Sicherheit, Risiko und Resilienz, (3) Curricula und Zukunftskompetenzen, (4) Führung, Diversität und Stakeholder-Management sowie (5) Nachhaltigkeitstransition. Im KI- und Transformationscluster standen Fragen im Zentrum, wie Eventausbildung auf neue Technologien reagieren muss und welche Kompetenzen künftig gebraucht werden. Beiträge der Hochschule Worms (Prof. Dr. Jan Drengner), DHBW Ravensburg (Prof. Dr. Steffen Ronft) und Hochschule Hannover (Prof. Dr. Gernot Gehrke) beleuchteten projektbasiertes Lernen, KI-gestützte Technologien sowie das disruptive Potenzial von Artificial Intelligence für Eventmanagement und Hochschullehre.

Ebenso stark vertreten war die Perspektive auf Resilienz und Risikokompetenz. Vorträge zu Awareness in Sicherheitskonzepten von Festivals (Katrin Hallenberger und Prof. Dr. Thomas Sakschewski, beide Berliner Hochschule für Technik), zu Vertrauen im Risikomanagement der Veranstaltungstechnik (Laura Hoth, Hochschule Osnabrück), zu didaktischen Ansätzen des Sensemaking (Prof. Dr. Ilka Heinze, Hochschule Fresenius) und zu Shared Leadership in Agenturen (Natascha Kneissl, Nama Consulting) machten deutlich, dass Widerstandsfähigkeit in der Eventbranche heute organisatorische, kommunikative und pädagogische Dimensionen zugleich umfasst.

Zukunft der Eventausbildung
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Studium und Ausbildung gestaltet werden müssen, um künftige Fachkräfte auf komplexe Berufsfelder vorzubereiten. Beiträge zu Design Thinking, szenisch-performativer Pädagogik (Prof. Dr. Lena Christiaans, IST Hochschule für Management), kritischer Eventpädagogik (Joanna Goodey, University of Greenwich), erfahrungsbasierten Lehrformaten (Michelle Caroline Speth, TH Mittelhessen und Matthias Renner, Brickolution) und Diversity, Equity and Inclusion (Prof. Dr. Isabelle Thilo, Hochschule Hannover) zeigten, wie stark sich die Eventlehre in Richtung Zukunftskompetenzen, Reflexionsfähigkeit und anwendungsnaher Lernumgebungen entwickelt.

Mit der Panel-Diskussion „Komplexität in der Veranstaltungswirtschaft: Messe und Kongress zwischen KI und Kostendruck“ erhielt dieser Diskurs eine unmittelbare
Anbindung an aktuelle Branchenrealitäten. Vertreter der Branchenverbände degefest e.V. (Jörn Raith, Vorsitzender des Vorstands) und AUMA – Ausstellungs- und Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft (Hendrik Hochheim, Leiter Bereich Messen Deutschland) und fairconcept (Lars Lockemann) diskutierten dort mit der  Wissenschaft (Prof. Dr. Isabelle Thilo, Dr. Melanie Stehr und Prof. Dr. Gernot Gehrke, alle Hochschule Hannover) über ökonomischen Druck, technologische Entwicklung und die Anforderungen an zukunftsfähige Veranstaltungsformate.

Nachwuchs und Dialogformate
Das Young Researchers Forum gab dem wissenschaftlichen Nachwuchs breiten Raum. Präsentiert wurden unter anderem Arbeiten zu intergenerationellem Lernen, Mehrweg-Systemen auf Weihnachtsmärkten Nele Friedrich und Lisa Marie Klein (beide TH Mittelhessen), nachhaltiger Besuchermobilität (Kevin Kramer, TH Mittelhessen) sowie zur Analyse wiederkehrender Corporate- und Business-Events (Jan Seyferth, TH Mittelhessen). Zum Abschluss führte eine Fishbowl-Diskussion Studierende und Speaker in einen direkten Austausch darüber, wie Studium und Ausbildung auch künftig gelingen können. Dieses Format unterstrich den Anspruch des Symposiums, nicht nur über Komplexität zu sprechen, sondern Lösungsansätze gemeinsam mit denjenigen zu entwickeln, die die Branche in den kommenden Jahren prägen werden. Moderiert wurde die Fishbowl von Daniela Spott de Barrera (Hochschule Hannover)

Forum mit breiter Unterstützung
„Das 6. Event Education Symposium hat gezeigt, dass die Zukunft der Veranstaltungswirtschaft auch wesentlich davon abhängt, Wissenschaft, Praxis und Lehre enger zusammenzuführen. Gerade in einer Zeit, in der KI, Kostendruck, Nachhaltigkeitsanforderungen und gesellschaftliche Erwartungen zugleich auf die Branche einwirken, braucht es Foren, die Orientierung geben, Transfer ermöglichen und Resilienz systematisch mitdenken“, so Prof. Dr. Isabelle Thilo und Prof. Dr. Gernot Gehrke, Initiator*innen des Symposiums.

Veranstalter des Event Education Symposiums ist die Hochschule Hannover; umgesetzt wurde die Veranstaltung durch ein curricular verankertes studentisches Praxisprojekt aus dem Bachelorstudiengang Veranstaltungsmanagement unter der Leitung der Lehrbeauftragten Sara Pamina Bartsch. Gefördert wurde das Symposium 2026 durch AUMA und zukunft.niedersachsen; als unterstützende Partner begleiteten die Association for Event Management Education (AEME), degefest und der Förderverein Veranstaltungsmanagement die diesjährige Veranstaltung.

Kontakt
Prof. Dr. Gernot Gehrke
Management und Marketing in der Veranstaltungswirtschaft
Management and Marketing in the Events Industry
Hochschule Hannover – University of Applied Sciences and Arts
Fakultät III: Medien, Information und Design – Faculty III: Media, Information, and Design
Expo Plaza 12
D-30539 Hannover
Phone +49 511 9296 – 7136
Mobile +49 171 2241099
Mail gernot.gehrke@hs-hannover.de

Copyright Fotos: Tim Christian Kirchhof

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