Ein Vorbild für den Klimaschutz – Das Energiekonzept des Designhotels Wienecke XI.
Wie sich ein Hotel mit 140 Zimmern und 15 Tagungsräumen auf erneuerbare Energien ausrichten lässt, lässt sich im hannoverschen Stadtteil Wülfel beobachten. Mit Wärmepumpen, großen Photovoltaik-Anlagen, einem Batteriespeicher und einer wachsenden E-Auto-Flotte hat das Haus in den vergangenen Jahren ein Energiekonzept aufgestellt, das inzwischen fast den gesamten Betrieb abdeckt.
Lediglich die Kongresshalle ist noch nicht in das Energiekonzept eingebunden. Für den Geschäftsführer Andreas Wienecke war die Umstellung auf eine klimafreundliche Energieversorgung eine Herzensangelegenheit. Die Verantwortung gegenüber seinen Enkeln und kommenden Generationen war der Anstoß, im eigenen Hotel etwas zu verändern.
Über 40 Wärmepumpen für Wärme und Kühlung
Herzstück der Umstellung sind die mittlerweile 46 Wärmepumpen, die nach und nach im Hotel installiert wurden. Ein wesentlicher Vorteil der eingesetzten Wärmepumpen ist, dass diese über eine Kühlfunktion verfügen und damit im Sommer zusätzlich die Klimatisierung der Zimmer, Säle und Tagungsräume übernehmen.

Hotelzimmer Kühlung und Heizung mit Wärmepumpe

Konferenzraum Kühlung und Heizung mit Wärmepumpe
Photovoltaik auf mehreren Dächern & E-Auto Flotte
Die Wärmeversorgung wird ergänzt durch mehrere Photovoltaik-Anlagen mit einer kumulierten Leistung von rund 480 kWp, die auf verschiedenen Dachflächen des Hotelkomplexes verteilt sind. Der erzeugte Solarstrom deckt einen Großteil des Strombedarfs für Wärmepumpen, Küche und die E-Auto-Ladeinfrastruktur direkt vor Ort ab. Zum Konzept gehört zudem eine E-Auto-Flotte. Ein Teil der Fahrzeuge steht auch Hotelgästen zur Verfügung: Zehn E-Autos können diese gegen eine Tagesgebühr von fünf Euro buchen – eine niedrigschwellige Möglichkeit für Gäste, in Hannover und Umgebung elektrisch mobil zu sein, ohne ein eigenes Fahrzeug mitzubringen.
Damit der selbst erzeugte Solarstrom auch dann zur Verfügung steht, wenn die Sonne nicht scheint, hat das Hotel einen Batteriespeicher mit einer Leistung von 1 MW installieren lassen. Der Speicher gleicht Schwankungen zwischen Erzeugung und Verbrauch aus und erhöht den Eigenverbrauchsanteil des vor Ort produzierten Stroms deutlich. Im Falle eines Stromausfalls lässt sich damit zudem auf einen Inselbetrieb umstellen, so dass der Hotelbetrieb ungestört weiterlaufen kann.

E-Auto-Flotte für Mitarbeitende und Gäste

Auf den Dächern: Teile der Wärmepumpen, rechts unten die Stromspeicher
Elektrische Küche
Auch abseits von Heizung und Strom hat das Designhotel Wienecke XI. auf Elektrifizierung gesetzt. Der Küchenbetrieb läuft mittlerweile nämlich vollständig elektrisch. Klassische Gasgeräte sind aus dem Betrieb verschwunden.
Ausblick
Die komplexe Umwandlung ist noch nicht abgeschlossen und erfordert noch einige kleine Optimierungen. Auf dem Weg zur Klimaneutralität des Hotels Wienecke ist die letzte große Baustelle die Einbindung der Kongresshalle in die klimaneutrale Energieversorgung.
Zudem soll die PV-Anlage erweitert werden: Geplant ist der Zubau von weiteren 150 kWp, die auf Carports auf dem Gelände errichtet werden sollen. Damit entsteht gleichzeitig überdachter Stellplatz und zusätzliche Fläche für die Stromerzeugung.
Klimabündnis Region Hannover
Das Designhotel Wienecke XI. ist Mitglied im Klimabündnis Region Hannover. Die Klimaschutzagentur der Region Hannover steht in diesem Kontext mit jährlichen CO2-Bilanzierungen und Fachwissen beratend zur Seite. Dies ermöglicht es dem Betreiber, die umgesetzten Maßnahmen regelmäßig zu hinterfragen und zu optimieren. So wird sichergestellt, dass die Investitionen auch langfristig zu einem klimaneutralen und energieeffizienten Hotelbetrieb beitragen. Mehr dazu finden Sie auch auf der Webseite des Hotels und weitere Informationen zum Klimabündnis finden Sie auf der Seite der Klimaschutzagentur Region Hannover.
Kontakt:
Laith Amarat
0171 921 347 7
laith.amarat@klimaschutz-niedersachsen.de